Ein neues Deutschlandlied

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Ein neues Deutschland braucht ein neues Lied

"Denk' ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht" (Heinrich Heine).-
Es liegt ganz an uns, ob wir unsere Nächte Albträumen widmen,
oder ob wir den Schlaf zum Träumen nutzen.
Nein, besingen können wir unser Land nicht mehr.
Wir schwärmen nicht mehr von "Wein, Weib und Gesang",
wir singen nur noch unter der Dusche oder beim Ballermann auf Mallorca,
die nötigen Promille vorausgesetzt.
Tatsächlich gibt es jedoch Menschen, die von unserem Land geträumt haben,
während sie in der Kälte übernachtet haben draußen im Freien, ungeschützt,
während Monaten auf ihrer Flucht.

Das Deutschlandlied von Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Als Heinrich Hoffmann von Fallersleben sein "Lied der Deutschen" dichtete, da hatte er eine andere geschichtliche Situation vor Augen als wir heute: Deutschland war noch nicht geeint.
Das Land, das Deutschland einmal werden sollte, war total zerrissen in sich selbst, es waren lauter Flickenteppiche, wo jeder sein eigener Herrscher sein wollte.
Ob es tatsächlich so ist, dass die heute verpönte Zeile: "Deutschland, Deutschland über alles"
- nur eine Mahnung des Dichters ist,
das Wohl des Landes über alle anderen Partikularinteressen zu stellen,
wüssten wir erst mit Sicherheit, wenn wir die Seele des toten Dichters befragen könnten:
"Heinrich, Heinrich, Hand aufs Herz: Wie war es wirklich gemeint?"-

Könnte es sein, dass die Zeile durchaus nicht als Lobeslied gemeint war?
Wenn man den Lebenslauf von Heinrich Hoffmann von Fallersleben kennt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass der Dichter sein eigenes Land höher loben wollte als andere: hatte er doch aufgrund seiner nationalliberalen Gesinnung alles verloren.
1841 - als August Heinrich Hoffmann von Fallerselben das "Lied der Deutschen" dichtete, befand er sich gar nicht auf deutschem, sondern auf britischem Boden - nämlich auf Helgoland, das seinerzeit zu Großbritannien gehörte.
1842 wurde der Dichter, der ab 1830 eine Professur an der Universität Breslau innehatte, von Preußen des Landes verwiesen, seine Staatsbürgerschaft wurde aberkannt:
Solche Erfahrungen sind wenig geeignet, um Deutschland ein Loblied zu singen. Auf gar keinen Fall hat der Dichter das liebliche deutsche Land besungen, in dem er lebte, sondern er singt uns von seiner UTOPIE:
Kritik an Egoismus und Selbstbehauptungswahn, die gemeinschaftliches Denken in einer geeinten Nation unmöglich machten.
Kluge Köpfe hatten vorausgesagt, dass Deutschland nie eine Nation sein würde...

"Einigkeit und Recht und Freiheit"
Wo ist die Verbindung zu heute?

  • Eine einzige Strophe aus dem "Lied der Deutschen" von Heinrich Hoffmann von Fallerleben ist uns geblieben: "Einigkeit und Recht und Freiheit - Für das deutsche Vaterland."
    Das ist ein bisschen wenig für ein Land mit einer derart wechselvollen Geschichte, denn im Grunde bleiben wir damit ja stehen an demselben Tiefpunkt, wo Heinrich Hoffmann von Fallersleben sich befand, als das Land noch nicht geeint war. Eine Nationalhymne sollte eigentlich die Geschichte ihres Landes widerspiegeln, stattdessen spiegeln wir uns selbst in diesen Zeilen, indem wir stolz von uns behaupten, genau das Land geworden zu sein, von dem Heinrich Hoffmann von Fallersleben träumte.
  • Existiert eine Verbindung zu heute? Kluge Köpfe sagen uns voraus, dass die Sozialsysteme zusammenbrechen werden, dass es allerorten Hass und Missgunst geben wird, weil die Flüchtlinge Entgegenkommen und Hilfe erhalten in einem Maße, wie es Deutsche, die in Not geraten sind, nicht erhalten, weil man für Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern ein Herz hat und weil es schwierig ist, ein Herz zu haben z.B. für Langzeitarbeitslose oder Menschen, die jenseits der 50 keinen Job mehr finden.
  • Was ist noch "unser" Land, wenn alle, die wollen, es betreten dürfen und womöglich bleiben?
    Wie soll man ein Land "Vaterland" nennen, wenn man gar nicht hier geboren ist?
  • Stehen wir heute noch genau da, wo der Dichter unserer Nationalhymne stand? Befinden wir uns noch im 19. Jahrhundert? Haben wir keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Werte? ...z.B. den der Toleranz?
  • Deutschland hat sich weiterentwickelt... Daneben steht der Torso unserer Nationalhymne.

Die "neue Völkerwanderung" -
Welche Lehren ziehen Historiker aus der Völkerwanderung?

  • Kann man die riesigen Flüchtlingsstrom vergleichen mit der Völkerwanderung? Kann man behaupten, genau so, wie die Völkerwanderung das Ende des Römischen Reiches herbeigeführt hätte, so würde es auch mit unserem Land, mit Europa enden?
    Ist das nicht die "antiquierte" Sicht, wie es auch die Sicht derjenigen war, die den Zerfall ihres Reiches selbst miterlebten: Die Römer seien verweichlicht, seien zu faul gewesen zum Kämpfen und hätten kein Lust mehr gehabt, eigene Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen. Deshalb seien sie von den "Barbaren" überrannt worden.
    Wer so etwas heute noch behauptet und beziehen will auf die Gegenwart als angebliche "Lehre aus der Geschichte", der hat nicht gemerkt, dass die Geschichtsforschung sich weiterentwickelt hat. Bis heute sind ganz andere, viel komplexere Ursachen erkannt worden, die verantwortlich waren für den Untergang des Römischen Reiches:
  • Das Römische Reich war in seiner Blütezeit ein Vielvölkerstaat, der äußerst geschickt darin war, alle Fremden zu integrieren.
    "Im Römischen Weltreich herrschten Wohlstand und Offenheit. Das Imperium zerfiel erst, als die Einheimischen die Nerven verloren und dem Hass auf die Flüchtlinge nachgaben" - so fasst es Ralph Bollmann kurz und prägnant zusammen in der Überschrift zu seinem zweiseitigen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 25. Oktober 2015. Dieses alles hier wiederzugeben, würde den Rahmen dieser Website sprengen. Für den, der den Artikel liest, erscheint die Darstellung der Zusammenhänge durchaus plausibel. Woran man sich stören muss, ist jedoch die Selbstverständlichkeit, mit der der Autor die angebliche Vergleichbarkeit mit der heutigen Situation suggeriert: das Römische Weltreich war ein Vielvölkerstaat, ja -
    aber wer will denn behaupten, dass Deutschland auf dem Weg zum Vielvölkerstaat wäre oder Europa ein künftiges Weltreich?
  • Statt erneut in größenwahnsinnige Fantasien zu verfallen, sollten wir uns lieber dem Nächstliegenden zuwenden: unseren "Nächsten". Unsere "Nächsten", das sind alle Menschen, die uns "nahe" sind: die "eigenen" ebenso wie die "Fremden", da sie aus der Ferne in unsere Nähe gekommen sind.

  • Andere Menschen lieben kann man nur, wenn man sich selbst liebt -

    "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (3. Buch Mose, 19,18)

    Fremden Menschen Gutes tun kann nur, wer zuerst zu den eigenen Menschen gut ist.

    Wer nun denkt, die Politik würde sich an der Nächstenliebe orientieren, der hat weit gefehlt.
    Politik benutzt die Nächstenliebe nur als Vorwand. Um die Flüchtlinge als Menschen geht es nicht wirklich. Worum es tatsächlich gegangen ist, werden wir erst in ein paar Jahrzehnten klar sehen.
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